FAQ Immobilienprozess

Fragen und Antworten zum Immobilienprozess „Zukunftsräume“ in der Pfarrgemeinde Christ-König

Was ist der Immobilienprozess „Zukunftsräume“?

Der Immobilienprozess „Zukunftsräume“ im Bistum Hildesheim ist ein um fassender, aktiver Veränderungsprozess. Er ist gemeindlich, caritativ und sozialräumlich ausgerichtet. Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und kirchlichen Entwicklungen sollen mit und in den Pfarreien neue Wege und Perspektiven für die Zukunft entwickelt werden – auch mit Blick auf die vorhandenen Gebäude.

Was ist das Ziel des Immobilienprozesses?

Das Bistum hat sich die Aufgabe gestellt, den bistumseigenen Gebäudebestand von derzeit rund 1.400 Immobilien bis zum Jahr 2030 auf etwa die Hälfte zu reduzieren. Es geht nicht nur um die Schließung oder den Verkauf von Gebäuden, sondern um die Neugestaltung von Räumen und Konzepten, damit Glaube und Kirche auch in Zukunft erlebbar sind.

Warum startet das Bistum diese Immobilienprozesse?

Hintergrund für die Einrichtung der Prozesse ist der Rückgang der Zahl der Katholik/innen, ehrenamtlich Engagierten und hauptamtlich pastoral Mitarbeitenden. Darüber hinaus wird mit einer Reduzierung der zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln gerechnet, weil die Kirchensteuereinnahmen geringer werden.

Wieso macht die Pfarrgemeinde Christ-König beim Prozess „Zukunftsräume“ mit?

In der Pfarrgemeinde stehen für 2.388 Katholikinnen und Katholiken drei Kirchen und drei Pfarrheime zur Verfügung. Das sind im Vergleich zur Anzahl an Gemeindemitgliedern selbst im ländlichen Raum sehr viele Gebäude. Sowohl die Kirchen als auch die Pfarrheime sind nicht ausgelastet und stehen die meiste Zeit ungenutzt da. Der Bedarf an Räumen für das eigene Gemeindeleben ist nicht mehr in dem Maße wie in früheren Jahrzehnten vor-handen. Die Unterhaltungskosten der Gebäude haben sich in den vergangenen Jahren massiv erhöht, auch wegen steigender Energiepreise. Der Haushalt der Pfarrgemeinde ist dadurch zeitweise ins Minus gerutscht. Die Kosten können auch nicht durch Vermietung an auswärtige Personen, Gruppen und Vereine aufgefangen werden. Außerdem werden Zuschüsse für notwendige Baumaßnahmen seitens des Bistums davon abhängig gemacht, ob die Pfarrgemeinde an einem Immobilienprozess teilgenommen hat.

Wie verläuft der Prozess „Zukunftsräume“?

Der Prozess ist in 5 Phasen eingeteilt. Im Verlauf wird ein Pastoralkonzept erarbeitet und am Ende ein Immobilienkonzept erstellt. Folgende Fragen werden geklärt: 
- Welche Gebäude gibt es? Wie werden sie genutzt? Was ist für die Gemein-de pastoral wichtig? 
- Wie könnte die Gemeinde in 10–15 Jahren aussehen? 
Wie kann sie in die Gesellschaft hineinwirken? Welche Räume werden wirklich gebraucht und wie sollen sie pastoral genutzt werden? 
- Welche Gebäude sollen erhalten bleiben, welche können aufgegeben werden? 

Innerhalb von maximal zwei Jahren sollte es zu einer verantworteten Ent scheidung kommen.

Wie wird der Prozess vom Bistum Hildesheim unterstützt?

Der Prozess wird durch eine Projektgruppe aus dem Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim begleitet. Ihr gehören drei Personen an: je eine Person aus dem Bereich Sendung/Lokale Kirchenentwicklung (Matthias Voß), aus dem Bereich Organisation/ Organisationsberatung (zu Beginn Ulrich Koch, seit Mai 2025 Stephan Ohlendorf) und aus dem Bereich Ressourcen/Bau/Gebäude entwicklung (Donnabella Blunk).

Wie wird die Pfarrgemeinde über den Prozess informiert?

Zum Start im April 2023 gab es eine Pfarrversammlung, zu der alle Gremien, Gruppen und Interessierten eingeladen wurden. Im Januar 2024 gab es eine weitere Pfarrversammlung, in der über den aktuellen Stand und die Arbeit der Steuerungsgruppe informiert wurde. 

Über Erkenntnisse, Überlegungen und Ausrichtung wird über die Pfarrei-Info (bis Oktober 2025 über den Pfarrbrief) sowie über die Internetseite informiert. Seit diesem Jahr gibt es zusätzlich einen Newsletter und Aushänge in der Kirche.

Wer gehört zur Steuerungsgruppe der Pfarrgemeinde und wie ist sie zustande gekommen?

Die Steuerungsgruppe besteht aus aktuell acht Personen. Die Auswahl der Mitglieder hat der Pastoralrat getroffen. Zurzeit gehören zur Steuerungsgruppe: Pfarrer Johannes Lim, Bernhard Lipp, Teresa Meiners, Christine Mosler, Christopher Straeter, Tim Welliehausen, Renata Zawidzka und Justine Zetaic. Bis März 2024 war Horst Wolf dabei. Nach dem Ausstieg von Stefan Wittkop, der die Leitung der Steuerungsgruppe innehatte, im März dieses Jahres gibt es mit Christopher Straeter und Justine Zetaic ein Leitungs-Duo.

Welche anderen Personen oder Gruppen der Pfarrgemeinde sind in den Prozess einbezogen worden?

Neben dem Pastoralrat werden auch die Teams gemeinsamer Verantwortung (TgVs) an den Kirchorten bei Klausurtagen und Workshops einbezogen. Es wurde über das Pastoralkonzept beraten. Mögliche Szenarien für die Pfarrgemeinde sind in den Blick genommen worden. Auch eine Simultankirche wurde als eine Option in Betracht gezogen.

Was ist eine Simultankirche?

Eine Simultankirche ist eine Kirche, die von mehreren Konfessionen gemein-sam genutzt wird.

Warum geht die Steuerungsgruppe im Prozess überhaupt auf die evangelischen Kirchengemeinden zu?

Die verstärkt ökumenische Ausrichtung ist ein wesentlicher Aspekt des von der Steuerungsgruppe entworfenen und vom Pastoralrat verabschiedeten Pastoralkonzepts. Auch die evangelischen Kirchengemeinden stehen vor ähnlichen großen Veränderungen wie die katholische Christ-König-Gemeinde und haben einen zunehmenden Relevanzverlust in der Gesellschaft zu verzeichnen. Angesichts dieser Entwicklung ist es wichtig, weniger konfessionell getrennt, sondern gemeinsam zu fragen: Welche ökumenische Gestalt von Kirche können wir uns in Zukunft in Springe vorstellen? Was können Christinnen und Christen für den Zusammenhalt der Gesellschaft einbringen? Dabei geht es um die ökumenische Präsenz und Wirkung als Kirche, aber angesichts der finanziell herausfordernden Situation auch um die gemeinsame Nutzung von Räumen.

Stimmt es, dass die Christ-König-Kirche zugunsten der St. Petrus-Kirche als künftiger Simultankirche aufgegeben wird?

Nein. Einen Beschluss hierzu hat weder die Steuerungsgruppe dem Pastoralrat empfohlen, noch der Pastoralrat getroffen. Wenn Möglichkeiten größerer Zusammenarbeit mit evangelischen Kirchengemeinden und in der gemeinsamen Nutzung von Gebäuden geprüft werden, bedeutet das nicht, dass das Aus für das katholische Kirchengebäude bereits feststeht.

Welche Haltung hat die Steuerungsgruppe zu der Initiative für den Er-halt der katholischen Christ-König-Kirche und der Petition?

Diese Initiative ist nach der Veröffentlichung des ersten Newsletters ent standen. Sie sieht im Beschluss des Pastoralrates vom 08.05.2025 den Bestand der katholischen Christ-König-Kirche bedroht. Mit viel Engagement und Leidenschaft setzt sie sich für den Erhalt der Kirche Christ-König ein. Sie hat viele Stimmen aus der Pfarrgemeinde und darüber hinaus in einer Unterschriftenliste und einer Petition versammelt und ihre Forderung in die Öffentlichkeit getragen. Die Steuerungsgruppe hat sich auf Bitte der Initiative mit einigen Vertretern zusammengesetzt. Es ging und geht darum, sich gegenseitig zuzuhören und zu verstehen, was für beide Seiten wichtig ist. So ist eine Verständigung über das weitere Vorgehen möglich gewesen, um Schaden von der Gemeinde abzuwenden und Gräben nicht zu vergrößern. Die Auseinandersetzung um die Zukunftsräume soll nicht in der Öffentlichkeit ausgetragen werden.

Was sind die nächsten Schritte der Steuerungsgruppe?

Der Immobilienprozess soll im Herbst zu einem Abschluss kommen. Der Erhalt der Christ-König-Kirche und die Möglichkeit einer Simultankirche werden parallel geprüft. Außerdem wurden vier Arbeitsgemeinschaften ge-bildet, in denen zu folgenden Schwerpunkten weitergearbeitet wird: • AG Christ-König-Kirche: Erstellung einer Machbarkeitsstudie für die Kirche (Sanierung und Umbau) und das Pfarrheim (Sanierung) aufgrund eines Nutzungskonzeptes von Kirche und ggf. Pfarrheim. • AG evangelische Kirchengemeinden: Ausloten einer Simultankirche für Springe und eines gemeinsamen Standortes für das Büro der evangelischen Kirchenregion Springe und das katholische Pfarrbüro. • AG Eldagsen: Erarbeitung eines Konzeptes für sakrale Feiern und das Gemeindeleben vor Ort. • AG Bennigsen: Erarbeitung eines Konzeptes für sakrale Feiern und das Gemeindeleben vor Ort. Da die Steuerungsgruppe nicht alle Themen alleine bearbeiten kann, werden in den AGs weitere Personen aus der Pfarrgemeinde bzw. den Kirchorten mit hinzugezogen.

Wann ist der Immobilienprozess Zukunftsräume beendet?

Bis zum Herbst soll der Pastoralrat ein Immobilienkonzept beschließen. Dieses Konzept wird der Pfarrgemeinde vorab in einer Pfarrversammlung zur Diskussion gestellt, bevor die finale Entscheidung gefällt wird. Anschließend geht der Prozess in die letzte Phase (Phase 5) über, in der das Immobilienkonzept umgesetzt wird. Damit endet der Immobilienprozess Zukunftsräume.

Ergänzender Hinweis 21.05.2026:

Nach einem Gespräch mit der ev. St. Petrus-Gemeinde am 15.05.2026 ist gemeinsam vereinbart worden, dass eine Simultankirche in St. Petrus aktuell
nicht weiter verfolgt wird. Die Gründe hierfür liegen in der…:
- Situation der ev. St. Petrus-Gemeinde (u.a. Vakanz der Pastorenstelle, Einordnung von St. Petrus als „C-Kirche“)
- Situation der kath. Christ-König-Gemeinde (u.a. Stimmen aus der Gemeinde, Zeit für eine Simultankirche ist noch nicht reif)
- Situation der Beziehung zur ev. St. Petrus-Gemeinde (anders als Christ-König ist St. Petrus derzeit nicht Mitglied im ökumenischen Netzwerk Springe)